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Bleibt alles anders

Als kurze Information für die ein bis zwei Leser meiner wirren Gedanken: Hier wird es in Zukunft keine neuen Einträge mehr geben. Aber verschonen werde ich euch deshalb mit meinen geistigen Ergüssen nicht, die Hoffnung muss ich euch nehmen. In Zukunft ist die Traumweite unter www.traumweite.de erreichbar sein. Merkt sich besser, kann man schneller tippen und sieht auch besser aus. Natürlich werden sind alle bisherigen Blogtexte, Fotos usw. auch unter der neuen Adresse zu finden. Um es mit einem bekannten deutschen Musiker zu bezeichnen:
„Bleibt alles anders!“

Bis die Tage,

Der Träumer

Dass ich auf Hörspiele stehe, sollte dem ein oder anderen meiner paar Leser sicher schon aufgefallen sein. Und so freut es mich immer, wenn sich die ein oder andere Geschichte findet, die nicht in einem professionellen Studio produziert wurde. Wie auch im vorliegenden Machwerk aus der Feder von Dirk M. Jürgens und Lukas Jötten. Ersterer ist u.a. einer der Comiczeichner bei Buddelfisch Comics, Zweiterer v.a. bekannt durch seine genialen Trailer zu Filmen wie „Ninja in geheimer Mission 2“ und ähnliche Randgruppenfilme.

Also, worum gehts? In „Das Hörspielmassaker“ wohnt der geneigt Hörer den Erlebnissen der Freunde Georgina, Anne, Julian und Richard (Anspielungen auf andere Buch- und Hörspielhelden sind bestimmt nur rein zufällig) bei, die sich eines schönen Tages in einem alten stillgelegten Stahlwerk treffen, weil Richard den anderen etwas zeigen muss. Anfangs ist alles noch heiter Sonnenschein, aber das soll sich, wie der Titel schon andeutet, hoffentlich (oder sollte ich sagen sicherlich?) bald ändern.
Bei der ersten Erkundung der Industrieanlage bekommt Anne dank einer Horrorgeschichte einen Nervenzusammenbruch, was dazu führt, dass sie sich in bester Slashermanier von den anderen trennt. Richard eilt hinterher, wodurch wiederum Georgina ihrem Ziel, welches Julian und dessen Körper darstellt, näher kommt.
Da neben vorehelichem Geschlechtsverkehr auch Drogen im Slasherfilm (bzw. -hörspiel, wie in diesem Falle) ein Grund für das Ableben der Protagonisten sind, tragen die beiden Weggelaufenen dazu bei auch dieses Klischee zu erfüllen. Schlechte Idee, wie sich bald herausstellen soll, denn nun beginnt das Morden.

„Das Hörspielmassaker“ stellt das Sequel zu den „Stahlwerkmassaker“-Filmen dar – Kurzfilme, die man ebenfalls auf Lukas Jöttens Seite finden kann. Der Name des Hörspiels ist dabei wirklich Programm und man kann allerlei Splattereinlagen lauschen, die in bester 80er Jahre John Sinclair Manier beschrieben werden. So bekommt man nicht nur ob der Namen der Helden wohlige Nostalgiegefühle. Die Story zeigt alle typischen Merkmale des gewählten Genres, setzt sie dabei aber um Längen besser ein, als die meisten Filme aus dem deutschen Amateurbereich zusammengenommen.

Das Schauspiel der Sprecher bewegt sich die gesamte auf einem hohen Niveau. Die Besetzung ist gut gewählt und mit Thilo Gosejohan (zwei seiner Hörspiele habe ich ja auch schon hier besprochen) kann man sogar einen – zumindest in bestimmten Kreisen – bekannten Namen im Cast finden.
Wer die Comics und Texte von Dirk M. Jürgens und Lukas Jötten kennt, der weiß auch um den teilweise recht dunklen Humor der beiden, welcher sich auch hier findet und das ganze wunderbar abrundet.

Schlussendlich empfehle ich jedem, der 16 Minuten Zeit hat und auf ein wenig derberen Witz steht, sich das Werk unbedingt zu Gemüte zu führen. Und wer keine Zeit hat, der soll sie sich gefälligst nehmen. Nebenbei kann man übrigens wunderbar im Sonderland stöbern oder Buddelfisch Comics lesen.

Da ist nun 2012, das Jahr des Erwachens. Oder das des Weltuntergangs, was man auch immer lieber hätte. Bis dahin motivier ich euch und vor allem mich selber.

Game Over 2011

Und tschüß 2011. Dieses Shirt ist nur für dich und dein Ende.

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Kreativ bin ich dieses Jahr, was meine Überschriften angeht, gelle? Ja, ich weiß, auch witzig bin ich dieses Jahr nicht. Aber wenigstens ist witzig eine gute Überleitung. Denn meinen persönlichen Jahresrückblick möchte ich diesmal unter das weite Thema des Lachens und Lächelns stellen. Im weitesten Sinne. Also gleich angefangen, bevor ich noch mehr Unsinn verzapfe.

Erster großer Schock dieses Jahr kam aus dem Land des Lächelns und natürlich hat auch mich diese Sache ein wenig beschäftigt. Zum einen kam man in den Medien (glücklicherweise) nicht drumherum, zum anderen war und ist es für mich immernoch ein Unding, dass kurz nach der Katastrophe in Japan, alle Meldungen, wie es aktuell ausschaut, mit einer Lupe in den Zeitungen und Nachrichtenportalen zu suchen waren. Gute Aktionen als Reaktion gab es glücklicherweise einige. Meine Liebste war die Sonderausgabe der Comicreihe „Godzilla – Kingdom of MOnsters“, in der alle Cover der Ausgabe 1 abgebildet waren und deren Verkaufserlöse gespendet wurden. „Godzilla?“, werden sich jetzt einige fragen. „Ist das nicht ein wenig geschmacklos?“ Nein. Ist es nicht. Und ich wette, dass uns in naher Zukunft (so die Welt nächstes Jahr nicht die Hufe hoch macht), ein neuer Film mit Big G ins Haus steht. Und soll ich euch was verraten? Ich freu mich drauf!

Das Lachen, das uns in Zukunft fehlen wird, sprich der Mensch, dessen Tod mich in diesem Jahr am meisten bewegt hat, war der Meister des feinsinnigen Humors Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot. Grund genug die kompletten Werke des humoristischen Genies dieses Jahr und in den noch folgenden immer wieder zu hören, zu lesen und anzusehen.

Freudestrahlend in Sachen Film hat mich dieses Jahr „Hanna“ gemacht (der unterirdische deutsche Titel „Wer ist Hanna?“ klingt wie eine verkorkste Folge der Kinder vom Süderhof und sei hiermit als sträflich gräßlich verurteilt). Eigentlich wollte ich ja „Monsters“ schauen, aber in meiner damaligen Heimastadt hat das Kino keine Kopie davon gehabt und ich bin auf diesen Film ausgewichen. Immerhin geht es, kurz gesagt, um eine Teeanagerin, die von ihrem Vater, einem Ex-CIA-Agenten zur Profikillerin ausgebildet wurde, ums eine Agentin, die es auf ihn abgesehen hat, zu Strecke zu bringen. Klang vielversprechend, ein wenig wie Shadowrun, also Karte gekauft. Was ich dann bekam war aber mehr als erwartet und daher sei der Film allen, die ihn nicht kennen, ans Herz gelegt.

Mehrere lachende und weinende Augen gab es dieses Jahr auch privat. Prüfung und Ausbildung mit 1 abgeschlossen, Wechsel des Wohnorts und der Arbeitsstelle (gleiches Unternehmen, anderer Ort), neue Leute kennengelernt, von alten getrennt, Ende einer Beziehung und dann wie aus heiterem Himmel zwei tolle neue Damen in meinem Leben.

Und damit will ich nun enden, auch wenn es sicher noch das ein oder andere zu erwähnen gäbe, das mir gerade nicht einfallen will. Vielleicht ergänze ichs noch, wenn ich Lust dazu habe.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Erich Kästner:
„Wirds schlimmer, wirds besser, fragt man alljährlich.
Seien wir mal ehrlich. Das Leben ist immer lebensgefährlich!“

Der Träumer

Es weihnachtet schwer

Dezember. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2011 und im Einzelhandel ist die Hölle los. Mit verunglückten Einleitungen und wenigen Beiträgen in seinem Blog beendet der Träumer sein Jahr. Letztes Jahr habe ich wenigstens noch meine Tür(Shirt)chen gebracht. Und dieses? Naja, lassen wir das. So ganz ohne Eintrag will ich die Weihnachtszeit nicht verstreichen lassen und so kam mir natürlich die Anfrage eines engagierten Amate… ähm, ich meine Independend-Filmers aus Deutschen Landen recht, der im wunderbaren und von netten Menschen nur so wimmelnden Badmovies-Forum schon seit Beginn des Drehs seinen Film bewarb (wenn ich von „seinem“ Film rede, so meine ich natürlich den Film von seinen Kumpanen und ihm, man möge mir verzeihen) und auch Kritik seinen bisherigen Machwerken gegenüber zeigte er sich recht aufgeschlossen. Und so wollte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen den Weihnachtsfilm der „Psychoproductions“ ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Also, Film ab.

Welche Filme gehören zu Weihnachten unbedingt dazu? Normalerweise würde ich jetz Standradantworten, wei z.B. „Das letzte Einhorn“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und die vielen Varianten von Dickens‘ „A Christmas Carol“ (allen voran die grandiose Muppets-Version oder „Scrooged“ mit Bill Murray). Und eben diesem Klassiker hat sich auch die Psychocrew angenommen. Und was denkt der geneigte Filmfreund, wenn er die Worte „Independent“ und „deutsch“ in einem Satz hört? Richtig. Gesplädda! Und auch dieses, soviel sei verraten, wird es hier geben. Warnend möchte ich aber noch anmerken, dass vor allem der Herr Jochen Taubert mein Verhältnis zum deutschen unabhängigen Film nachhaltig gestört hat. Also sind wir mal gespannt. Ab hier folgt jetzt ein Spoiler. Wer den nicht lesen will, der springe bitte geich zum Fazit.

SPOILER

Besinnlich trällert dem geneigten Zuschauer „Jingle Bells“ um die Ohren, während man beobachten kann wie ein junger langhaariger Mann seinen Weihnachtsbraten anrichtet. Gans mit Klößen und Rotkraut. Klassisch. Dass er dabei im (immerhin weihnachtlich geschmückten) Keller zu sein scheint, wirkt nur auf den ersten Blick seltsam, denn als er beginnt sein Kampfmesser zu schärfen um das gebratene Federvieh besser zerlegen zu können, weiß man spätestens woran man bei diesem Film ist. Während des Schärfens klingelt es plötzlich, was den Hungrigen nicht zu unrecht ein wenig wütend werden lässt. Also ab aus dem Keller an die Haustür und eben diese aufgemacht. Davor stehen zwei junge Mädchen, die für die armen Heiden im Irak sammeln, die ja ohne Bibel das Weihnachtsfest verbringen müssten. Die Wut des Kellerkindes steigert sich ob dieser Frechheit und so sind die einzige Antwort Flüche gegen Christen und ihren untoten wieder auferstandenen Herren. Wenn er jetzt noch wüsste, dass während dieser Zeit ein ungesund aussehender Kerl sich in seinem Keller an der Gans bedient, würde seine Wut sicher noch gesteigert.

Aber glücklicherweise bemerkt er nichts davon und so kann er endlich sein Messer weiter wetzen. Dabei wird er scheinbar immer wahnsinniger und mir schwant wohin die Reise geht. Doch auch diesmal kann er den Schleifvorgang nicht beenden, denn schon wieder klingelt es. Noch wütender stapft unser Held die Treppe hinauf, nur um diesmal einen Betrunkenen vorzufinden, der um eine milde Gabe bittet. Mit der Aussage, dass er nicht das „scheiß Sozialamt“ sei, tritt er den Alki als Antwort von seinem Treppenabsatz. Der Kellerheinrich indess (der Verunstaltete) nutzt die Gelegenheit um nochmals eine kleine Stärkung von der Gans zu nehmen. Und diesmal wird der Diebstahl des weihnachtlichen Bratens bemerkt und beim bestohlenen Kellerbewohner ist Polen offen und Warschau brennt, wie der Volksmund so schön sagen würde. Also Hacke, Kampfmesser und Machete geschnappt und denjenigen gesucht, der für den Diebstahl von Weihnachten („Diese Dreckspenner klauen mir einfach mein Weihnachten, ich glaube es hakt!“) verantwortlich ist. Aber natürlich nicht bevor Schal und Mütze angezogen. Man will ja nicht krank werden. Ähem…

Auf seinem Rachefeldzug kommt Freund Kellermensch sogleich auch in das Lager dreier Obdachloser, von denen einer die ganze Zeit hysterisch kichert und die beiden anderen über die eigene Rolle in der Gesellschaft aus Sicht verschiedener Philosphen analysieren und diskutieren. Als der Rachsüchtige das Lager betritt, schauen die drei ihn einfach nur an und lachen ihn aus, als er meint, man hätte sein Weihnachten geklaut. Immerhin wäre das ja nicht möglich. Um seiner Frage nach dem „Wer“ Nachdruck zu verleihen, hackt er dem ersten Penner gleich mal in die Hand und die Kehle, was zu einer Blutfontäne ungesunden Ausmaßes führt. Dem zweiten wird nochmal die Frage gestellt ob er es gewesen sei. „Weihnachten ist doch überall!“, so die einzige Entgegnung. Nach dem Motto „Antwort nicht zufriedenstellend!“ haut der nun wirklich wahnsinnig gewordene Schlächter den ersten Arm seines zweiten Opfers ab. Und für jede weitere falsche Antwort folgen nun auch die anderen Extremitäten, bis man meinen könnte einen wohnsitzlosen schwarzen Ritter vor sich zu haben. Nur mit wesentlich mehr Blut aus den Stümpfen und Geschrei des unfreiwillig Amputierten. Der dritte Penner indess kichert auch noch, als der Schlächter seiner Freunde ihn am Kragen packt und nach Antworten verlangt. Diese bekommt er, aber anders als erwünscht. Denn es wird ihm mit dämonischer Stimme eröffnet, dass drei Biester aus der Hölle zu Besuch kommen würden. Na wenn das nichts ist.

Da das Schlachten müde macht und die Zeit auch schon ein wenig fortgeschritten ist, heißt es ab ins Bett. Aber vorher noch den Plüschweihnachtsmann vom Regal genommen und ein wenig gewürgt. Denn dieser erinnert an eine Szene aus der Kindheit des Wahnsinnigen, die uns auch prompt als Rückblende erzählt wird. Man sieht einen kleinen Knaben, der im Unrat sitzend mit einem lieblosen „Na du kleiner Scheißer? Hier, frohe Weihnachten!“ vom Betrunkenen Opa den Weihnachtsmann überreicht bekommt. Nun wird einiges klar ob des gegenwärtigen Geisteszustandes des Butchers. Aber Schlaf muss dennoch sein, jedoch nicht lange, da irgendetwas zu hören ist. Das Plüschtier! Es stellt sich als erstes Biest (das Biest der vergangenen Weihnacht) heraus. Und da die vergangene Weihnacht gelinde gesagt beschissen war, heißt es Kopf ab lieber Weihnachtsmann. Und wie sollte es anders sein? Es folgt eine Blutfontäne, die für fünf Elefanten ausreichen würde.

Der zweite Versuch einzuschlafen wird dann kurz darauf auch vereitelt, als ein Poltern aus dem Raum mit der Gans zu hören ist. Zornerfüllt eilt der um den Schlaf Gebrachte mit dem Haumesser in der Hand dorthin und erwischt den Kellerheinrich beim Herfallen über den Braten. Und da hilft auch nicht, dass dieser sagt er sei das Biest der gegenwärtigen Weihnacht. Der Schlächter hat den Penner gefunden, der sein Weihnchten geklaut hat und kann nun Rach nehmen. Genauer gesagt bedeutet das, er nimmt die Machete und schlitzt dem ohnehin schon Verunstalteten auch noch den Bauch auf, was diesen auch nicht schöner macht. Wenigstens kommen so seine inneren Werte zum Vorschein.

Seine Rache erhalten, folgt der dritte Versuch zu schlafen. Doch dank eines Klingelns wird auch dieser vereitelt. Wer mag es wohl diesmal sein? Die Zeugen Jehovas, die sich aus ihrem Königreichsaal gepellt haben? Der christliche Verein junger Männer in Form der Village People? Dem Zuschauer ist eigentlich schon klar, dass es nur ein bestimmter später Gast sein kann: Das Biest der zukünftigen Weihnacht. Und dieses zeigt ihm, in Form des klassischen Sensenmannes, wie unser Held von einem Pulk Menschen mit Fackeln gejagt wird, die ihn töten wollen und dies mittels einer interessanten Mischung aus Steinigung, Hängen und Totschlagen in die Tat umsetzen. Dann wird er verscharrt und die beiden Totengräber pinkeln nochmal genüsslich auf sein Grab. Diese Vision ist zu viel für den Armen, der doch einfach nur Weihnachten feiern wollte. Doch glücklicherweise gelingt es diesmal zu schlafen. Bis… ja bis es wieder klingelt. Diesmal ist eine alte Dame mit Kreuz an der Tür, die um eine kleine Spende bittet. Eigentlich will der Kellerbewohner ein wenig geben, aber als die Alte nach mehr fragt, tickt er wieder aus. Ihr Pech. Und sein Glück. Denn während nun der Abspann läuft, kann man ihn dabei beobachten, wie er das Hirn aus dem aufgeschnittenen Kopf der Dame isst. Na dann guten Appetit.

SPOILER VORBEI!

Fazit:
Eines Vorweg: Meine Befürchtungen, einen diletantischen Film, der zwar gut gemeint (eine Tatsache, die ich einem Herren Jochen Taubert immernoch absprechen will) aber in der Umsetzung grandios gescheitert ist, haben sich nicht bestätigt. Wie man an der Einleitung lesen kann, bin ich kein Freund des deutschen Amateursplatters (jetzt ist mir das böse „A“-Wort doch noch aus dem Köpfchen gesprudelt, man möge mir verzeihen). Semiprofessionelle Filme aus deutschen Landen bin ich ja nicht abgeneigt (zählen doch einige zu meinen liebsten Partystreifen), doch wenn es um den exorbitanten Gebrauch von Kunstblut geht, neigt die deutsche Szene gelinde gesagt zu leichter Übertreibung. Die Effekte sind zwar auch hier übertrieben dargestellt (wie es das Genre verlangt), aber gut dosiert eingesetzt, sodass keine Übersättigung an Schmodder und Gedärm einsetzt. Erst zur Hälfte des 15 minütigen Machwerks bekommt man mit der „Befragung“ der Obdachlosen die erste Schlachtszene präsentiert, die schick gemacht wurde und zu überzeugen weiß. Auch die Maske des Biestes der gegenwärtigen Weihnacht und vor allem die Darstellung des dritten Biestes sind sehr genial umgesetzt (von der Stimmung zeigt die Sensenmannszene mehr Können, als die Profis erzeugen könnten, die sich für einen durchschnittlichen RTL-Film mit Heino Ferch verantwortlich zeigen, Respekt dafür!). Auch, dass die Macher von Anfang an versuchen eine Geschichte zu erzählen, die zwar manchmal ein wenig seltsam und unzusammenhängend erscheint (vor allem was das unerklärte Auftauchen des zweiten Biestes zu Anfang des Filmes angeht), aber immer dem Roten Faden folgt, den der klassische Stoff vorgibt.
Abschließend bleibt zu sagen, dass der Film der „Psychoproductions“ perfekt für eine feuchtfröhliche Weihnachtsfeier mit Freunden des abseitigen Films geeignet ist. Und mir hat es die Hoffnung wiedergegeben, dass es in der deutschen „Splädda-Szene“ doch noch Talente gibt, die mit ein wenig mehr Erfahrung und mehr Mitteln und Zeit, sicherlich noch besser sein können.

Der Träumer

Ja, ich hab es mir dieses jahr mal gegönnt zum zweiten mal zu Spiel nach Essen zu fahren. Wie es war? Das schreib ich mal nicht, denn ein paar großartige Menschen haben sich am Freitag letzte Woche dort getroffen und das ganze schon ganz gut als Podcast eingesprochen. Und ja, klar war ich dabei😉 Dank dafür an Jens und Sandra von Ausgespielt, Achim von PiHalbe und Daniel von System Matters, die mir die Möglichkeit dazu gaben. Aber nun hört selbst:
Entweder bei Ausgespielt, oder System Matters oder PiHalbe oder bei allen dreien. Die Podcasts regelmäßig zu verfolgen lohnt sich übrigens in allen drei Fällen.

Bis die Tage,

der Träumer

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