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Posts Tagged ‘Rezension’

Dass ich auf Hörspiele stehe, sollte dem ein oder anderen meiner paar Leser sicher schon aufgefallen sein. Und so freut es mich immer, wenn sich die ein oder andere Geschichte findet, die nicht in einem professionellen Studio produziert wurde. Wie auch im vorliegenden Machwerk aus der Feder von Dirk M. Jürgens und Lukas Jötten. Ersterer ist u.a. einer der Comiczeichner bei Buddelfisch Comics, Zweiterer v.a. bekannt durch seine genialen Trailer zu Filmen wie „Ninja in geheimer Mission 2“ und ähnliche Randgruppenfilme.

Also, worum gehts? In „Das Hörspielmassaker“ wohnt der geneigt Hörer den Erlebnissen der Freunde Georgina, Anne, Julian und Richard (Anspielungen auf andere Buch- und Hörspielhelden sind bestimmt nur rein zufällig) bei, die sich eines schönen Tages in einem alten stillgelegten Stahlwerk treffen, weil Richard den anderen etwas zeigen muss. Anfangs ist alles noch heiter Sonnenschein, aber das soll sich, wie der Titel schon andeutet, hoffentlich (oder sollte ich sagen sicherlich?) bald ändern.
Bei der ersten Erkundung der Industrieanlage bekommt Anne dank einer Horrorgeschichte einen Nervenzusammenbruch, was dazu führt, dass sie sich in bester Slashermanier von den anderen trennt. Richard eilt hinterher, wodurch wiederum Georgina ihrem Ziel, welches Julian und dessen Körper darstellt, näher kommt.
Da neben vorehelichem Geschlechtsverkehr auch Drogen im Slasherfilm (bzw. -hörspiel, wie in diesem Falle) ein Grund für das Ableben der Protagonisten sind, tragen die beiden Weggelaufenen dazu bei auch dieses Klischee zu erfüllen. Schlechte Idee, wie sich bald herausstellen soll, denn nun beginnt das Morden.

„Das Hörspielmassaker“ stellt das Sequel zu den „Stahlwerkmassaker“-Filmen dar – Kurzfilme, die man ebenfalls auf Lukas Jöttens Seite finden kann. Der Name des Hörspiels ist dabei wirklich Programm und man kann allerlei Splattereinlagen lauschen, die in bester 80er Jahre John Sinclair Manier beschrieben werden. So bekommt man nicht nur ob der Namen der Helden wohlige Nostalgiegefühle. Die Story zeigt alle typischen Merkmale des gewählten Genres, setzt sie dabei aber um Längen besser ein, als die meisten Filme aus dem deutschen Amateurbereich zusammengenommen.

Das Schauspiel der Sprecher bewegt sich die gesamte auf einem hohen Niveau. Die Besetzung ist gut gewählt und mit Thilo Gosejohan (zwei seiner Hörspiele habe ich ja auch schon hier besprochen) kann man sogar einen – zumindest in bestimmten Kreisen – bekannten Namen im Cast finden.
Wer die Comics und Texte von Dirk M. Jürgens und Lukas Jötten kennt, der weiß auch um den teilweise recht dunklen Humor der beiden, welcher sich auch hier findet und das ganze wunderbar abrundet.

Schlussendlich empfehle ich jedem, der 16 Minuten Zeit hat und auf ein wenig derberen Witz steht, sich das Werk unbedingt zu Gemüte zu führen. Und wer keine Zeit hat, der soll sie sich gefälligst nehmen. Nebenbei kann man übrigens wunderbar im Sonderland stöbern oder Buddelfisch Comics lesen.

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